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Coaching & Communcation: Warum deine Kunden deine Tipps nicht umsetzen und was du machen kannst

Liebe Kolleginnen und Kollegen,


wir alle haben schon die Erfahrung gemacht: Man gibt einem Klienten einen gut gemeinten Ratschlag, doch anstatt dankbar anzunehmen, reagieren sie mit Widerstand. Ein zentrales Konzept, das dieses Verhalten erklärt, ist die sogenannte Reaktanz.


Was ist Reaktanz?


Reaktanz ist ein psychologisches Phänomen, das auftritt, wenn Menschen das Gefühl haben, dass ihre Freiheit oder Autonomie eingeschränkt wird. Wenn jemand glaubt, dass man ihm sagt, was er zu tun hat, kann dies dazu führen, dass er sich dagegen wehrt, selbst wenn der Rat vernünftig und wohlmeinend ist. Dieses Verhalten ist eine natürliche Reaktion darauf, die eigene Entscheidungsfreiheit zu bewahren.


Beispiele für Reaktanz im Training und in der Beratung


  1. Fitness und Ernährungspläne: Wenn ich einem Klienten ohne dessen Nachfrage einen strikten Ernährungsplan gebe, könnte er das Gefühl haben, dass seine Essgewohnheiten und Vorlieben nicht respektiert werden. Dies kann zu Widerstand führen, selbst wenn der Plan gesund und durchdacht ist.

  2. Lebensstiländerungen: Wenn ich einem Klienten rate, seine gesamten täglichen Routinen und Gewohnheiten umzustellen, ohne dass er selbst den Wunsch dazu geäußert hat, könnte dies ebenfalls Reaktanz hervorrufen. Der Klient könnte sich gegen die Änderung wehren, weil er seine aktuellen Gewohnheiten als Teil seiner Identität ansieht.


Strategien zur Vermeidung von Reaktanz


1. Ratschläge als Angebote formulieren

Anstatt Anweisungen zu geben, präsentiere ich meine Ratschläge als Optionen oder Vorschläge. Dies gibt dem Klienten das Gefühl, die Kontrolle über seine Entscheidungen zu behalten. Zum Beispiel:


  • Statt „Du solltest diese Übung jeden Tag machen“, sage ich: „Eine Option, die dir helfen könnte, ist, diese Übung täglich zu machen. Wie denkst du darüber?“



2. Fragen stellen


Durch das Stellen von Fragen gebe ich dem Klienten die Möglichkeit, seine eigenen Lösungen zu finden und sich aktiv an der Entscheidungsfindung zu beteiligen. Zum Beispiel:


  • „Welche Übungen machst du momentan gerne und warum?“

  • „Was denkst du, könnte dir helfen, deine Ziele zu erreichen?“



3. Gemeinsame Zielsetzung


Ich arbeite gemeinsam mit dem Klienten daran, realistische und erreichbare Ziele zu setzen. Dies schafft ein Gefühl der Zusammenarbeit und stellt sicher, dass der Klient sich an den getroffenen Entscheidungen beteiligt fühlt. Zum Beispiel:


  • „Was möchtest du in den nächsten drei Monaten erreichen?“

  • „Wie können wir zusammenarbeiten, um diese Ziele zu erreichen?“



4. Kleine Schritte und Anpassungen


Große Veränderungen auf einmal vorzuschlagen, kann überwältigend sein und Reaktanz auslösen. Stattdessen schlage ich kleine, schrittweise Anpassungen vor, die leichter umsetzbar sind. Zum Beispiel:


  • „Wie wäre es, wenn du diese Woche versuchst, zwei Mal die Woche ins Fitnessstudio zu gehen und wir schauen, wie es dir damit geht?“



5. Aktives Zuhören und Empathie


Indem ich aktiv zuhöre und Empathie zeige, kann ich besser verstehen, was meine Klienten wirklich wollen und brauchen. Dies hilft, maßgeschneiderte Ratschläge zu geben, die eher akzeptiert werden. Zum Beispiel:


  • „Es klingt so, als ob du Schwierigkeiten hast, Zeit für das Training zu finden. Wie können wir eine Lösung finden, die in deinen Zeitplan passt?“



Durch diese Ansätze kann ich die Wahrscheinlichkeit verringern, dass meine Klienten Reaktanz zeigen, und die Akzeptanz und Umsetzung meiner Ratschläge erhöhen. Die Kunst besteht darin, die Autonomie und Entscheidungsfreiheit der Klienten zu respektieren und sie in den Entscheidungsprozess einzubeziehen.



Herzliche Grüße Ozan Tas Head Coach

SuperSayaGym

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