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Curcumin zur Wundheilung? - was du wissen darfst

Aktualisiert: 5. Jan. 2023

Die erste Berührung mit dem Thema Wundheilung und ernährungsphysiologische Prozesse unterstützend mit Supplements hatte ich im Jahr 2014/15 als ich einen Hexenschuss erlitt. Damals rannte ich schwind zur Orthopädin, logischerweise mit einem Hexenschuss bekannten brutalen Schmerz und massive Einschränkung in der Belastbarkeit und Beweglichkeit.


Tatsächlich ging ich davon aus, dass die Ärztin mir eine Spritze geben wird. Doch da habe ich mich geirrt. Egal wie sehr ich meine Schmerzen ihr beschrieben habe und dass ich mich unbedingt wieder bewegen möchte, hat sie mir zwingend von der Spritze (Cortison) abgeraten. Ich solle mich angenehm und langsam bewegen und nicht durchgehend in der Schonhaltung bleiben.

Nebst dieser Empfehlung für meinen Alltag gab sie mir den Hinweis darauf, dass es Nahrungsergänzungsmittel gäbe, die die Wundheilung und Entzündung unterstützen. Zu der Zeit arbeitete ich bereits mit einem Personal Trainer, der ebenfalls einen ganzheitlichen Ansatz pflegte, und prüfte diese Aussage am selben Tag per Telefon. Er bestätigte die Wirkung von verschiedenen entzündungshemmenden Wirkstoffen aus bestimmten Pflanzen oder Wurzeln und sagte, dass Curcumin in Kombination mit Omega-3 (hoch EPA) eine besondere Wirkung in Bezug auf Beschleunigung der Wundheilung in der Praxis zeigte.


Daraufhin fing ich an ungefähr 8000mg/Tag Omega-3 aus hochwertigem Fischöl zu supplementieren und ergänzte dies mit liposoamlem Curcumin. Nun ja, woher sollte ich wissen, dass ich mich nicht in der üblichen Wundheilungszeit befand und woher sollte ich wissen, dass die Nahrungsergänzungsmittel diese Wundheilungszeit verkürzten? Ich glaube, diese Frage kann man sich immer bei Medikamenten und NEM stellen #Placebo


Ganz einfach, ich lehnte mich an die Aussage der Ärztin, die sagte, dass die meisten Patienten binnen 4-6 Wochen wieder leicht belastbar seien.

Da ich nicht der durchschnittliche deutsche Patient war und vor meinem Hexenschuss Dead Lifts mit 6 x 165 kg machte, war mir bewusst, dass ich bereits aus dieser Statistik hervorstechen werde. Mein Hexenschuss war binnen drei Wochen so gut wie weg. Zumindest subjektiv.


So viel dazu.



Curcumin und die Biochemie:




Die Struktur von Curcumin wurde erstmals 1910-1913 von J. Milobedzka und V. Lampe wissenschaftlich untersucht. (1) Die sogenannte Heilwirkung des Wirkstoffs aus der Wurzel sollte im Bezug auf die verschiedenen Wundheilungsphasen von Entzündung bis Umbau beobachtet werden.


Auswirkung auf die Entzündungsphase & Proliferationsphase

  • Auch in jüngsten Studien wurde bereits gezeigt, dass Curcumin die proinflammatorischen Zytokinen wie TNF-alpha (Tumornekrosefaktor) und IL-1 (Interleukin) reduziert. (2)

  • Curcumin rekrutiert M2-ähnliche Makrophagen in weißes Fettgewebe, was wiederum die Erhöhung von entzündungshemmenden Zytokinen beeinflusst. (3)

  • Curcumin soll die Proliferation glatter Gefäßmuskelzellen unterdrücken, indem es Entzündungsreaktion abschwächt (4)

  • ein großer Punkt im Bezug auf Entzündungsreduktion ist die antioxidative Wirkung von Curcumin, da es einen Zusammenhang zwischen Entzündung und Oxidation während der Wundheilung gibt (5)

  • Kollagenfasern können früher reifen, wenn Wundarten äußerlich mit Curcumin behandelt werden (6)



Ernährung vor Curcumin, denn Curcumin nur als Ergänzung


Es gibt zahlreiche In-vitro und In-vivo Studien, die zeigen, dass Curcumin die physiologischen und biochemischen Ereignisse während der Entzündungsphasen modellieren könnte. Ein Faktor, der meinen Standpunkt bzgl. Regenration und Wundheilung erneut bestärkt ist der Indikator Ernährungsbewertung bei Patient:innen. Protein-Energie-Mangelernährung und Vitamin- und Mineralstoffdefizite haben einen viel größeren Effekt auf die Wundheilung als man mit Curcumin ergänzen könnte (7).


Was mich beeindruckt ist die Metabolisierung von Fett und Kohlenhydraten durch Wunden während der Energiebedarf erhöhenden Proliferationsphase. Eine Verletzung erhöht den Kalorienbedarf (8).



Fazit:


Das die Untersuchung an Wundpatient:innen sehr selten, aber auch umstritten sind, stammt der größte Teil der Forschung aus In-vitro und In-vivo Studien. Aber ganz ehrlich?! - Das ist so gut wie mit allen Studien im Bezug auf Ernährung so - also nicht gleich abwerten. Ernährung spielt im Allgemeinen die Hauptrolle in der beeinflussbaren Wundheilung. Was mich jedoch stört ist die pauschale Heiligsprechung von Curcumin, aber auch generell von gehypten Wirkstoffen, insbesondere auf Social Media, da Ernährung kaum erwähnt wird. Es bringt einfach nichts, Menschen zu suggerieren, man nehme diese oder jene Pille und alles andere ist egal. Das ist schlichtweg falsch und fahrlässig.


Dass Curcumin Krebs oder andere schwere Krankheiten vorbeugen könnte, ist auch nichts anderes als die Hypothese, die wegen verschiedenen entzündungshemmenden Prozessen hergeleitet wird. Dafür gibt es keine Belege und nicht mal ausreichende Korrelationen.




Schlussnote: Business is business

Curcumin wird mittlerweile als Nahrungsergänzungsmittel selbst in den Firmen angeboten, die in Fachkreisen gar nicht mal für besonders hohe Qualitätsmerkmale in der Lohnherstellung stehen. Das sorgt für den Hype. Warum? Firmen mit niedrigeren Qualitätsstandards haben oft höhere Marketingstandards.


Formel: Minderwertige Produkte (günstige Herstellung) mit gutem Marketing (teure Werbung) zu verkaufen bringt größere Margen als hochwertige Produkt (teure Herstellung) mit dem gleichen Marketing zu verkaufen. - Weil Marketing verkauft wird und nicht Qualität.


Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!



Coach Oz









Quellen:








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